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Der Schutzwald auf dem Stationsgelände

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Wichtige Info zum Schutzgebiet 2010 »

Die Wildtierstation befindet sich auf einem privaten Grundstück, das 433 ha Primärwald umfasst, der bisher nur in sehr geringem Maß vom Menschen beeinflusst wurde.

Die Besitzer des Areals haben das Gebiet 1996 mit dem Ziel gekauft, Aktivitäten, die seinem Schutz dienen, mit verschiedenen Initiativen zu unterstützen. Dazu wurde ein Flächennutzungsplan erstellt, der auf der bolivianischen Gesetzgebung basiert und naturverträgliche Maßnahmen vorsieht, die dem Schutz des Primärwaldes dienen und die nachhaltige Nutzung des Gebietes erlauben.

Derzeit werden sechs Hektar des Gebiets als Agroforst-System genutzt, in dem zwischen 10 und 20 verschiedene Pflanzenarten pro Hektar vorzufinden sind. Angebaut werden vor allem dauerhafte und mehrjährige Arten sowie Obstbäume in Kombination mit anderen Baumarten, die dem Boden- und Erosionsschutz dienen. Die Produktion ist darauf ausgerichtet Mehrwert durch den Verkauf und den Konsum der Produkte zu schaffen.

Auf dieselbe Weise dienen drei Hektar als Waldweide, auf der einige Kühe in kombinierter Weide-Stall-Haltung gehalten werden, um Milch und Milchprodukte herzustellen.

Die Produktion soll der Versorgung mit Nahrungsmitteln für die verschiedenen Aktivitäten dienen, die auf dem Grundstück stattfinden werden.

Im Jahr 2002 wurde bei der oberen Forstbehörde ein Antrag zur Ausweisung des Grundstücks als privates Naturschutzgebiet eingereicht (Reserva Privada del Patrimonio Natural - RPPN). Dieser Antrag wurde in technischer Hinsicht bewilligt. Sobald die Vermessung und Grundbucheintragung für das Grundstück abgeschlossen wird, kann die Ausweisung formell erfolgen, so dass der Schutz des Gebiets und seiner natürlichen Ressourcen auch gegenüber Dritten garantiert werden kann.

Gemäß der bolivianischen Gesetzgebung müssen für ein solches Grundstück ökonomische und soziale Ziele seiner Nutzung angegeben werden. Nach dem Gesetz INRA wird eine gemeinnützige wirtschaftliche Nutzung (Fin Económico Social - FES) nur anerkannt, sofern mindestens 50 Prozent des Grundstückes zur Produktion genutzt werden. Allerdings erlauben das Forstgesetz und das Naturschutzgesetz auch andere Optionen, um die Voraussetzung der gemeinnützigen wirtschaftlichen Nutzung zu erfüllen.
In diesem Zusammenhang wird mit einem Programm zur Sammlung und Weitergabe von Saatgut einer Vielzahl seltener Baum- und anderen Pflanzenarten begonnen, durch das neben der Erhaltung des Waldes Einkünfte generiert und die Erfüllung der gemeinnützigen wirtschaftlichen Nutzung garantiert wird. Darüber hinaus sind Aktivitäten im Bereich Tourismus möglich, etwa die Einrichtung von Lehr- und Erlebnispfaden im Wald sowie die Nutzung eines Informationszentrums, in dem Touristen, aber auch Schülergruppen verschiedener Schulen aus ganz Bolivien die nachhaltige Nutzung des Ökosystems Wald erklärt bekommen. Verschiedene Pflanzenarten werden präsentiert, die als Holz- und Nichtholzprodukte, Medizinpflanzen und für andere Zwecke genutzt werden können.

Das gesamte Engagement ist fester Bestandteil des Antrags zur Ausweisung des privaten Naturschutzgebietes unter Einbezug der Wildtierstation, des Saatgutprogramms, der nachhaltigen Tourismusentwicklung, des agroforstwirtschaftlichen Anbaus und der strikt geschützten Areale.

 

Das Schutzgebiet 2010
Das Schutzgebiet, in dem das Refugio Jaguareté liegt, wurde auf Grund des neuen erpresserischen Bodengesetzes in Bolivien, von früher 400 Hektar auf nunmehr 50 Hektar verkleinert.

Leider unterstützt die Gesetzgebung in Bolivien nicht die Bewahrung und den Schutz der Natur. Im Gegenteil, sie ist eher dazu geneigt die Ausbeutung der Böden sowie intensive Landwirtschaft und Viehzucht zu fördern. Seit einigen Jahren führt die INRA (staatliche Anstalt für Bodenangelegenheiten) einen Prüfungsprozess über die sachgemäße Nutzung von privaten Ländereien durch. Bewahrung ist jedoch kein Qualifikationsparameter für diese sachgemäße Nutzung. Die INRA bezieht in ihren Prüfprozess nur diejenigen Gebiete mit ein, die landwirtschaftlich oder durch Viehzucht genutzt werden. Auf dieser Grundlage bestimmt sie die Fläche, die im Besitz der rechtmäßigen Eigentümer bleibt und die, die dem Staat übertragen werden muss, obwohl die entsprechenden Ländereien legal erworben wurden und einen Besitztitel haben.

So ist dies auch der Fall des Evaluierungsprozesses, der bei den Ländereien durchgeführt wurde, in denen sich das Refugio Jaguareté befindet. Die ehemals 400 Hektar wurden um 350 Hektar beschnitten, weil nur ein kleiner Prozentsatz durch Landwirtschaft und Viehzucht genutzt wurde. Der größte Teil befand sich in einem Bewahrungs- und Schutzprozess; einem der wenigen Areale in der Gemeinde von Rurrenabaque die noch in privaten Händen sind.

Trotz der erpresserischen Einstellung der bolivianischen Gesetzgebung, gefördert durch die derzeitige Regierung, können die Aktivitäten innerhalb des Refugio Jaguareté weitergeführt werden. Die Infrastruktur und Gebäude befinden sich innerhalb der verbliebenen 50 Hektar.

Trotz allem versucht das Team des Refugios weiterhin alles, um das Schutzgebiet wieder auf die ursprüngliche Größe zurück zuführen und zu erweitern.