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Aktuelles aus Bolivien

News 2016

  Volontärsbande 2016
  Neues Quarantänegehege
  Kapuzieneraffe

In den ersten Monaten 2016 konnten wir mit Hilfe von Fünf Volontären aus Deutschland das alte Jaguargehege rückbauen und ein neues großes Quarantänegehege mit Zementfußboden errichten. Der Neubau war unbedingt notwendig, da wir gerade im letzten Jahr an unsere Kapazitätsgrenzen gekommen sind.Am 10. März sind uns aus La Paz vier weitere Kapuzineraffen (zwei Männchen und zwei Weibchen) überstellt worden. Vier Tage später ist ein von uns im Dezember entlassenes Kapuzinerweibchen zur Station zurückgekehrt und freiwillig bei der Fütterung zu den Neuankömmlingen ins Quarantänegehege zurückgekehrt.  Eine herrliche Geschichte, die wir so noch nicht erlebt haben. Läuft alles nach Plan wird die komplette Gruppe im April in die Freiheit entlassen Mit Hilfe der Volontäre konnten wir endlich auch alle Fenster und Türen im Stationsgelände mit kleinmaschigem, stabilem Maschendraht versehen. Enorm wichtig, da es immer wieder vorkam, dass Affen oder Nasenbären in unser Lager oder die Küche eigedrungen sind.

Rückblick auf das Jahr 2015 im Refugio Jaguarete

2015 konnten wir so viele Tiere aufnehmen wie noch nie zuvor - 8 Nasenbären (nasua nasua) und 25 Kapuziner (cebus apella). Zumeist wurden diese von der Umweltbehörde in den Städten La Paz, Cochabamba, Sucre, Oruro und Potosi beschlagnahmt. Die Tiere wurden uns direkt vom Umweltministerium übergeben. Sämtliche Transportkosten übernimmt inzwischen der bolivianische Staat. Einige werden dabei mit dem Flugzeug transportiert. Andere kommen mit dem Pick up Jeep nach Rurrenabaque. Sämtliche Neuankömmlinge verbleiben zunächst einige Zeit in den Quarantänegehegen. Auch wenn sie uns von den Behörden geimpft und normalerweise gesund übergeben werden, möchten wir kein Risiko eingehen und so womöglich die frei lebende Population gefährden. Danach werden sie in den Primärurwald entlassen. Die meisten finden sofort Anschluss an die freilebenden Gruppen. Manche kehren noch einige Male zurück und werden noch zu gefüttert. Seit 4 bzw. 6 Jahren leben die beiden Schwarzgesichtklammeraffen Negra und Christa auf dem Stationsgelände. Sie leben frei und sind Selbstversorger und „helfen“ uns gelegentlich als Adoptiv-Mütter in der Eingewöhnungszeit. Leider gibt’s wegen ihrer Neugier und Kletterfreudigkeit immer wieder Kollateralschäden in der Infrastruktur des Refugio – Stromleitungen unserer 12-Voltanlage der Solarpaneele verlocken geradezu zu Trapezkünsten. Auch unsere schönen Palmblattdächer aus Jatata und die Gazefenster hielten ihrer Neugier auf Dauer nicht stand. 2015 haben wir deshalb mit Hilfe von Volontären aus der Schweiz, Dänemark und Deutschland zwischen unseren Gebäuden in der Tierstation Erdkabel verlegt und sämtliche Dächer unsere Häuser „Affen- und Nasenbärsicher“ mit Wellblech eingedeckt.

Mit dem MDR auf der Tierstation

Flutkatastrophe 2014

Nach exzessiven Regenfällen im Januar und Februar 2014 kam es in den Departamentos Beni und La Paz Nord zu den schwersten Überschwemmungen seit 30 Jahren.

Dabei wurde Rurrenabaque und Umgebung innerhalb von 12 Tagen von drei Flutwellen heim gesucht, höher noch als 2011 oder 1999. Die Regenmassen waren dabei dreimal größer als normal für die Regenzeit. Dadurch waren die Auswirkungen der Fluten für die bereits völlig gesättigten Böden um ein Vielfaches schlimmer.

Über einen Zeitraum von 30 Tagen und länger standen Teile des Schutzwaldes und der Zufahrtswege in den tiefer gelegenen Abschnitten bis zu vier Meter unter Wasser, das Stationszentrum bis zu einem Meter. Dabei liegt Jaguarete 7 km vom Flußlauf entfernt! Einen kleinen Bericht und Fotos von den Aufräumarbeiten findet Ihr hier: 

Am größten waren die Schäden im Schutzwald. Durch die aufgeweichten Böden verloren Urwaldbäume den Halt und stürzten um. Einige zerstörten dabei Teile der Naturlehrpfade, des Multi Estrado und der Außengehege. Zudem vernichtet das stehende Wasser den Großteil der Ernte des agro-forestalen Systems - speziell bei Yuca, Bananen,Kakao,Copoazu.

Dürre im Sommer 2014

Auf die Überschwemmungen und überdurchschnittlich starke Regenfälle bis in den Mai hinein folgte extreme Trockenheit. Gerade mal 90mm regnete es in den 5 Monaten seit Juli. Trockenperioden von bis zu 9 Wochen ohne Niederschlag führten zu einer regelrechten Dürre – erneuter Stress für`s Ökosystem. Die Pflanzungen des Multi Estrado konnten sich kaum erholen, Ernten sind vernichtet.

Wegereperatur

Erst in den Monaten August/September war alles Wasser abgeflossen und der Boden soweit getrocknet, dass an eine Ausbesserung der Zufahrtswege gedacht werden konnte. U.a. versperrten 10 riesige, durch die Flut entwurzelte Bäume die Wege. Bis heute dauern die Sägearbeiten an. Es mußte ein 2. Arbeiter mit eigener, größerer Motorsäge zur Unterstützung vorübergehend eingestellt werden. Ziel war es natürlich die “verlorenen Bäume” – wenn möglich - so effektiv wie möglich zu nutzen. Mit dem Holz werden notwendige Reperaturen an den Stationsgebäuden ausgeführt. Die Überreste sorgen im Ökosystem tropischer Regenwald für neues Leben. An einigen Stellen muß allerdings über eine neu Wegführung nachgedacht werden.

Unsere Bewohner 2014

Im Januar 2014 (vor der Überschwemmung) campierte eine Truppe Gehäupter Cappuzineräffchen auf ihrer Wanderung für 5 Tage auf dem Stationsgelände. Taku und Chico, zwei Cappuzziner-Jungs, welche seit einem reichlichen Jahr im Refugio rehabilitiert wurden, schlossen sich der Gruppe beim Abzug an.

Zum Glück waren Christa, Negra und Maria die einzigen Stationsbewohner währen der Überschwemmung. Alle drei waren bereits selbstständig. Nasenbärin Maria verließ Jaguarete im April nach drei Jahren und fand eine neue richtige “Familie” im Dschungel.

Im Mai bekamen wir ein weiteres, etwa drei Monate altes Klammeraffenmädchen von einer anderen Tierstation. Nach 2 Monaten in Quarantäne gewöhnten wir sie Stück für Stück an das Leben außerhalb des Geheges. Christa(inzwischen 3,5 Jahre alt) bewährte sich wiederholt als Adoptivmutter. Die Kleine darf sich an ihr fest klammern und lernt das Klettern bis in die Baumwipfel, wo sich die besten Blattspitzen und leckersten Früchte finden lassen. Das Verhältnis zu Negra(1,5 Jahre) ist etwas distanzierter aber friedlich. Negra ist eher eine Spielgefährtin. Bitte unterstützt unsere Projekte, die Arbeit der Stationsmitarbeiter und die Menschen im bolivianischen Tiefland!

 

Ein Beispiel: Kapuziner Äffchen Pepe (Gehäubter Kapuziner)

  Pepe nach dem Waschen
  Pepe

Kapuziner Äffchen Pepe (Gehäubter Kapuziner) stammt aus dem Pilon Lajas Schutzgebiet. Seine Mutter wurde gejagt. Das gerade mal 4 Wochen alte kleine Fellbündel hatte vorerst überlebt. Aber als Kinderspielzeug, Versuchsobjekt und Leckerbissen für die Hunde standen seine Chancen in der Komunidad nicht gut. Da Affen jeden Hausstand auf den Kopf stellen und mit der Geschlechtsreife auch beißen, wäre er schnell an die "Kette" gelegt worden - Lebensradius 2 Meter und erst recht keine Chance auf Flucht vor Spiel uns Quälerei. Die Parkranger haben ihn deshalb am 8.3.2010 der Station übergeben. In seinen ersten 3 Wochen ist er schon ordentlich gewachsen, hat trinken (statt saugen) gelernt und kennt schon jede Menge Urwaldfrüchte. Am schwierigsten wird es, ihn der menschlichen Mutter zu entwöhnen, denn wie alle Affenbabys, möchte er die meiste Zeit an ihr "rumhängen.­


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