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Wildtierstation in Bolivien

  Landkarte von Bolivien
  Jaguar
  Küche und Werkstatt

Durch die Ausweitung von Dörfern und Gemeinden in der Amazonasregion wird der natürliche Lebensraum der Wildtiere durch Ackerbau, Holzeinschlag und Jagd immer stärker eingeschränkt. In der Region Rurrenabaque ist diese Konfliktsituation ebenso präsent. Die Region ist ökonomisch geprägt von Ackerbau, Holzwirtschaft und Tourismus, die Kleinstadt selbst ist flankiert von dem Biosphärenreservat Pilón Lajas und dem Nationalpark Madidi.

Infolge der Wildtierjagd zur Lebensmittelversorgung oder für den Verkauf von Tierfellen bleiben oft die Jungtiere der getöteten Tiere bei den Familien der Jäger, wo sie versorgt und aufgezogen werden. Die herangewachsenen, an die Versorgung durch Menschen gewöhnten Tiere verursachen in den Dörfern und Gemeinden mit zunehmender Größe Probleme. Insbesondere wenn es sich um Raubtiere wie z.B. Jaguar oder Puma handelt, kann es zu gefährlichen Situationen kommen. Aus diesem Grund bringen die Anwohner Wildtiere zu den Parkverwaltungen, damit sie dort versorgt und in ihren natürlichen Lebensraum zurück gebracht werden.

Die Parkverwaltungen sind darauf jedoch nicht vorbereitet und verfügen über keine adäquate Infrastruktur, um die Tiere stufenweise an ein Leben in freier Wildbahn zu gewöhnen. Das einzige, was die Parkverwaltungen tun können, ist die Tiere zu den Außenposten der Parks zu bringen, um sie dort in die freie Natur auszusetzen. Mit wenig aggressiven Tierarten wie Tapir, Wildschwein, Rotwild, Affen und Ameisenbären funktioniert diese Vorgehensweise. Kaum Möglich ist diese Handhabung für Raubtiere wie Jaguar (Pantera onca), Puma (Puma concolor), Ocelote (Leopardos pardales) oder Tigrecillo (Oncifelis geoffroyi). Die Tiere werden meist ohne vorherige Prüfung ihres Gesundheitszustandes ausgesetzt. Dadurch stellen sie eine Gefahr für frei lebende Wildtiere dar, weil sie verschiedenste Krankheiten übertragen können.

So entstand die Idee, eine Wildtierstation zu schaffen, um solche Tiere aufzunehmen, fachkundig zu betreuen und schrittweise an ein Leben in ihrer natürlichen Umwelt zu gewöhnen.

Vom Abenteuer Rucksackreisen zum Abenteuer Hilfsprojekt