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Stationsbericht Robin Rudolph April 2016

Vorweg mal noch grundlegende Informationen zum nötigen Hintergrundwissen: Das Stationsgelände umfasst mehr als vier Millionen Quadratmeter. Ein Großteil des Geländes zeichnet sich durch Primärurwald aus. Die Baumbestände sind teilweise bis zu 300 Jahre alt - ein nahezu unerschöpfliches wissenschaftliches Betätigungsfeld.     Durch die relative Nähe zum kleinen aufstrebenden Örtchen Rurrenabaque hat man für bolivianische Verhältnisse eine gute infrastrukturelle Voraussetzung. Bus und Flugverbindungen (Graspiste wird vom Militär und von der kleinen Fluggesellschaft Amazonas genutzt) nach La Paz werden fast täglich aufrecht gehalten. Einige Internetcafes erleichtern die nötigen Kommunikationswege erheblich. Über die Urwaldflüsse Beni, Tuichi, Madidi, Quiquibey hat man Zugangsmöglichkeiten zu den weltweit einzigartigen Schutzgebieten Pilon Lajas und zum Madidinationalpark, einem Gebiet mit der wohl höchsten Biodiversität unserer Erde.  Für das Wiederauswilderungsprojekt ist Forschungsarbeit sehr wichtig und es gibt hier immer verschiedene Gelegenheiten & Betätigungsfelder für Biologen, idealerweise als Ergänzung zu den Volontären. Für den Schutzwald möchte man mit fachlicher Hilfe gern ein Verzeichnis aller(oder wenigstens fast aller) vorkommenden Vögel, Insekten, Frösche, Schlangen, Säugetiere, Schmetterlinge usw. erstellen. Ein weiteres Forschungsfeld ist der Schutzwald selbst mit seinen unzähligen Medizinpflanzen, Epiphyten, Farnen, Orchideen und Pilzen. Auch andere Wissenschaftler (Umwelt-/Naturwissenschaftler, Geographen...) und Tourismusexperten sind willkommen. Andere Berufszweige können ebenfalls sehr hilfreich sein. Gemeinsam wird ausgewählt welche Themen und Arbeitsgebiete für die Station von Bedeutung sind, beispielsweise aus den Bereichen Öko - Tourismus, Vermessungsarbeiten, nachhaltige Forstwirtschaft, Abfallbeseitigung, Öffentlichkeitsarbeit oder Medien. Neue Ideen und Vorschläge sind jeder Zeit willkommen.

Frida, Piqui, Frido, Torte, Rolph, Otto

 

Die "Estacion Biologica Jaguarete" freut sich über jeden Besucher. Aber das hier ist kein Streichelzoo oder Tiergarten und auch keine Tourismusagentur. Das Hauptanliegen ist die Wiederauswilderung. Um diesen Prozess nicht zu stören, können nicht alle Bereiche besucht werden. Doch schon allein der Pfad zur Station zwischen den Urwaldriesen, die Vielfalt des Primärurwaldes, der Ruf des Siringeros, das Testen und Schmecken der vielen verschiedenen Früchte machen einen Besuch einmalig. Auf den Lehrpfaden kann man Wissenswertes und Kurioses über unzählige Medizinpflanzen erfahren, clevere Insekten bestaunen, Spuren lesen und sich winzig fühlen angesichts riesiger Brettwurzeln. Das Wichtigste – mit Eurem Besuch helft ihr, die Station ein wenig zu Refinanzieren und werdet Botschafter dieser Ideen!

Bericht:

In der zweiten Woche stürzen wie uns wieder an den Rückbau des alten Jaguargeheges. Maschendrahtzaun mit Spitzhacke aus dem Zement schlagen oder mit der Zange abschneiden. Eine sehr anstrengende und mühselige Arbeit. Dennoch schaffen wir es das erste Viertel des unteren Zaunabschnitts freizulegen und aufzurollen.  Weiterhin gibt es verschiedene Früchte, eine davon ist die Motacu Frucht deren Kern man zersägen und schleifen kann, sodass schöne Anhänger daraus gebastelt werden können, eine Beschäftigung für regnerische Tage und ein schönes Mitbringsel für die Lieben daheim.Am Donnerstag (03.03.2016) sind wir dann mit dem alten Jaguargehege fertig, sämtlicher Maschendraht und Stacheldraht ist aufgewickelt und zum neuen Gehege geschafft. Knapp zwei Wochen haben dazu 4-7 Leute gebraucht. Weiterhin steht bereits das Grundgerüst für das neue Quarantänegehege. Cachi - Mitbegründer der Station und des Projektes - kommt aus dem Urlaub wieder und kommt uns mit Torsten und Ilka besuchen. Wir arbeiten in voller Sonne zusammen mit den Ameisen und sind gegen 13 Uhr fertig. Danach gehen wir zusammen einige der Lehrpfade um die Station: Eid'une (Medizinpflanzen), Taitetu und Siyaya. Den darauffolgenden Freitag werden mit der Motorsense Wege und Teile des Stationsgeländes freigemacht und gemäht. Außerdem werden die Fenster mit stärkeren Drahtzaun vergittert um mehr Schutz gegen die Affen zu bieten, die immer wieder die Insektengitter zerstören und in die Gebäude eindringen und Schäden anrichten. Am Sonntag treffen noch Verwandte von Torsten in Rurrenabaque ein und es stellt sich heraus das wir diese sogar noch aus Schulzeiten kennen. Felix Emil und Franz Hermsdorf, und ihr Kumpel Max Imilian. Wie so immer: kleine welt. In der darauffolgenden Woche sind wir also zu 6t auf Station, Torsten, Franz und Ilka sind auf Medizintour. Wir befreien das Gelände weiter von Bewuchs, bringen die restlichen Gitter an die Fenster an und gehen in den Wald einen umgestürzten Baum zu Balken für das neue Gehege zurecht zu sägen. Sind auf Station schon einige Moskitos ist es im Wald dagegen nahezu teuflichst. Für das neue Gehege muss noch eine 30cm starke Lehmerdschicht aufgebracht werden, wo wir uns den sprichwörtlichen Wolf schaufeln. In der Nacht zum Donnerstag erreicht uns ein starkes Gewitter mit kräftigem Regenguss der bis in den späten Nachmittag anhält. Cachi ist gegen um Neun mit einer Lieferung Kapuzineraffen auf dem Weg zur Station, kommt aber nur bis circa 3km heran wegen umgestürzter Bäume und bis zu 50cm tiefen Pfützen und Schlammlöchern. Mit Poncho, Gummistiefeln und Machete bewaffnet laufen Marcel, Piqui und ich ihm bei strömenden Regen entgegen. Jeder bekommt einen Korb mit Kapuzineräffchen in die Hand und wir bahnen uns unseren Weg zurück zur Station Jaguarete. Nach einer kurzen Ruhepause und einer ersten Bananenstärkung für die Kapuziner, verteilen wir diese auf die Gehege. Da es den Großteil des Tages regnet, bleibt, nachdem die Affen versorgt sind, nichts weiteres übrig als weiter an den Motacunüssen und Anhängern zu schleifen. Am Freitag bauen wir das Gehege weiter und schleppen das gesägte Holz aus dem Urwald. Für drei Wochen haben wir reichlich geschafft auf der Station Jaguarete. Sicherlich und hoffentlich war unsere Freiwilligenarbeit eine große Hilfe. Schade das unsere Zeit sich hier schon dem Ende neigt. Aber hier ist jeder der Helfen will willkommen. Es gibt vielfältige Formen der Unterstützung Wer keine Lust mehr auf 08/15 Urlaub hat und mal richtig was erleben und gleichzeitig helfen will, kann gerne Kontakt aufnehmen.

Oft fragt man sich, ob und wie man in Deutschland oder in Südamerika unterstützen und helfen kann. Bei der Projektarbeit in Südamerika, werden Arbeitsaufträge direkt an die lokale Bevölkerung vergeben. So bindet man die Menschen bei den Projekten schon von Beginn an ein und erhöht den Stellenwert und die Nachhaltigkeit. Die Arbeit lässt sich nur durch Spenden und Sachleistungen realisieren. Man ist daher dankbar für jede Spende, egal in welcher Höhe. Helfen kann man auch durch die Organisation von Vorträgen. Thematisiert das "Projekt Regenzeit" an eurer Schule oder in eurer Firma. Veranstaltet Flohmärkte, Kuchenbasare oder Sportfeste… und spendet den Erlös.